Auf meiner jüngsten Reise nach Kolumbien Anfang 2026 konnte ich erleben, wie unsere gemeinsame Projektarbeit vor Ort konkrete Veränderungen bewirkt – von Bogotá bis zu den Fischereigemeinden am Río Magdalena.
Zusammenarbeit in Bogotá: Neue Projektideen entstehen
Bevor es für mich ins Projektgebiet ging, arbeitete ich mehrere Tage in Bogotá intensiv mit unserer Partnerorganisation Fundación Humedales zusammen. Gemeinsam entwickelten wir zwei neue Projektanträge: zum Mangrovenschutz am Río Sinú sowie zu Pflanzenkläranlagen in Lateinamerika – wichtige Schritte, um unsere Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Besuch der Projektregion: Austausch mit den Gemeinden
Anschließend reiste ich in verschiedene Fischereigemeinden entlang des Río Magdalena, um die Fortschritte vor Ort zu sehen und mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Ziel des Projekts ist es, die Ernährungssicherheit von 836 Menschen in Bocas del Carare, San Rafael de Chucurí und Barrancabermeja zu stärken.
Fortschritte bei der Renaturierung
Die Renaturierung der Laichgebiete schreitet sichtbar voran: Obstbäume wie Mango werden in Dreiecksformationen gepflanzt, angepasst an ihre Sonnentoleranz. Die Flächen werden regelmäßig vermessen, gepflegt und teilweise durch den Fluss überflutet. Insgesamt sollen mindestens acht Hektar wiederhergestellt werden.
Stärkung der Fischerorganisationen
Bei Treffen mit Fischern aus Bocas del Carare und San Rafael de Chucurí berichteten viele vom nationalen Fischereitreffen 2025, das sie selbst organisiert hatten – ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstvertrauen und Eigenständigkeit. Durch die Zusammenarbeit mit Fundación Humedales geben sie ihr Wissen inzwischen in Kleingruppen an andere Gemeinden im Magdalena-Einzugsgebiet weiter.
Engagement von Frauen und nachhaltiger Tourismus
Besonders eindrücklich war der Austausch mit der Frauengruppe in Bocas del Carare: Erstmals lehnten sie bewusst eine zu große Touristengruppe ab, um naturverträgliche Bedingungen zu sichern. In der Gemeinde sind maximal zehn Besucher pro Aufenthalt möglich.
Ernährungssicherung und Beteiligung von Jugendlichen
In San Rafael de Chucurí ergänzen Gemeinschaftsgärten – darunter ein von Mädchen geführter Garten – mit Tomaten, Koriander und Zwiebeln die Ernährung, da frisches Gemüse wegen hoher Transportkosten schwer verfügbar ist. Schulkooperationen und Aktivitäten wie ein Fußballturnier binden Kinder aktiv ein.
Neue Einkommensquellen: Cafeteria als Erfolgsmodell
Letzte Station war die Fischervereinigung PESCOMAGDA mit der neuen Cafeteria El tinto relajado. Drei Frauen sichern sich hier seit Projektbeginn ein eigenes Einkommen. Viele Fischer bestellen ihr Essen inzwischen sogar im Voraus – ein Zeichen dafür, wie gut das Angebot angenommen wird.
Im abschließenden Projektjahr liegt der Fokus nun auf der Stabilisierung der geschaffenen Einkommensalternativen und der Pflege der renaturierten Flächen entlang des Río Magdalena. Ich freue mich schon auf den Abschlussbesuch im nächsten Jahr.


